Aktuelles

 

Liebe Förderer,

hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über unsere Aktivitäten in den vergangenen Monaten.
Für Ihre Unterstützung auch an dieser Stelle
ein herzliches Dankeschön!

 

 

Ihr SZ-Nothilfe-Team

 



Extratopf für Corona-Hilfen schon bald ausgeschöpft

 

SZ-Nothilfe ist in diesem Jahr besonders gefordert – 2019 in 260 Fällen geholfen

 

Von Sibylle Emmrich

 

Ravensburg – Die Corona-Krise macht auch der SZ-Nothilfe zu schaffen, und das in zweifacher Hinsicht. Zum einen hat die Zahl der Hilfegesuche zugenommen. Zum andern ist der gemeinnützige, vor 23 Jahren aus der SZ-Redaktion Ravensburg heraus gegründete gemeinnützige Verein mehr denn je auf Spenden angewiesen. Denn Benefizveranstaltungen können – coronabedingt – nicht stattfinden. So werden die derzeit 17 aktiven Mitglieder der SZ-Nothilfe Ravensburg in diesem Jahr auch nicht auf dem Ravensburger Christkindlesmarkt präsent sein. Ein Manko für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins – und auch für die Finanzen.

Ein Glück, dass der Verein dank einer vor Jahren gemachten Erbschaft über eine Reserve verfügt. So konnte gleich im April ein Extratopf „Corona-Hilfen“ mit 50.000 Euro bestückt werden. Knapp 5000 Euro kamen an Spenden hinzu. Inzwischen hat sich der „Corona-Topf“ schon deutlich geleert, wie Schatzmeister Karl-Josef Gelder in der jüngsten Sitzung mitteilte. Auf Gelder sowie Angelika Vogler-Rieger und Matthias Stöckle aus dem Vorstandsteam lag in der durch Corona bedingten sitzungsfreien Zeit die Hauptlast der Arbeit. Auch wenn die Not von Menschen aus Stadt und Kreis Ravensburg bisweilen groß und drängend ist, so gilt es doch, die meist von Hilfsorganisationen und Beratungsstellen gestellten Anträge sorgfältig zu prüfen und mit dem Spendengeld verantwortlich umzugehen.

 

Leicht fällt beispielsweise die Entscheidung, wenn der rührige „Chef“ der Suppenküche Bad Waldsee, Rudi Heilig, um Unterstützung bittet, um buchstäblich Hunger zu lindern und Lebensmittelpakete zu finanzieren. Oder wenn Diakonie oder Caritas für Familien um Überbrückungshilfe bitten, wenn – auch im Gefolge der Corona-Krise – dem Familienvater der Arbeitsplatz gekündigt wurde oder Wohnungsverlust droht. Oder wenn die Sozialarbeiterin einer beschützenden Werkstatt um vorübergehende Finanzierung eines Bustickets für einen Schützling bittet, der sonst nicht mehr an seine Arbeitsstelle kommt.  Schwieriger wird es, wenn sich schon so hohe Miet- und Stromschulden angehäuft haben, dass mit einer einmaligen Unterstützung wenig auszurichten ist.

 

„Wir fühlen uns nicht nur den Hilfesuchenden, sondern auch den Spendern gegenüber verpflichtet“, betonte die in der Jahreshauptversammlung wiedergewählte Vorsitzende der SZ-Nothilfegruppe für den Altkreis Wangen, Susi Weber. Man wolle immer im Blick haben, „ob wir mit unserer Unterstützung tatsächlich Not lindern, oder sie nur in die Zukunft verlagern und für die Betroffenen verzögern“. Es bringe wenig, zwei Monatsmieten zu übernehmen, wenn die Wohnung bereits gekündigt und keine Perspektive in Sicht ist.

Doch eigentlich stand in der jüngst im SZ-Medienhaus abgehaltenen Jahreshauptversammlung weniger die aktuelle Situation als vielmehr der Rückblick auf 2019 an. Und dafür konnten die Vorsitzende Angelika Vogler-Rieger und Schatzmeister Gelder wieder eine positive Bilanz vorweisen: Den Einnahmen von knapp 98.000 Euro stehen Ausgaben von rund 94.000 Euro gegenüber. 260 Hilfegesuche wurden positiv beschieden und im Durchschnitt 330 Euro an Unterstützung gewährt. Im Regelfall ist nur einmalige finanzielle Hilfe möglich, unbürokratisch und als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht. Neben den eigenen Benefizveranstaltungen ist das von Radius und Reischmann getragene Indoor-Cycling inzwischen ein wichtiger Posten bei den Einnahmen, dazu kommen Spenden.

Genauso lieb und wert wie großzügige Privat- und Firmenspenden, traditionell von Moosmann, Rinker oder Rafi, sind Schatzmeister Gelder die kleinen Spenden von treuen Unterstützern der SZ-Nothilfe. Alljährlich würdigt er speziell diese Spender, die selbst finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sind und trotzdem ihr Scherflein für notleidende Mitmenschen abzwacken. Und immer wieder verweist der Schatzmeister auch auf die minimalen Verwaltungskosten, mit denen der Verein sein doch beträchtliches Jahrespensum bewältigt. Genau 435,14 Euro waren es im Jahr 2019. 

Und dank der Mitarbeit treuer und neuer aktiver Mitglieder – darunter viele hauptberuflich im Sozialbereich tätig – ist auch im „Corona-Jahr“ 2020 wieder mit einer positiven Bilanz zu rechnen. Jetzt sind es freilich nur noch 17 Mitglieder bei der SZ-Nothilfe Ravensburg. Dieter Gmeinder, der in 16 Jahren kaum je eine der monatlichen Arbeitssitzung verpasst hat, schied aus Altersgründen aus dem Gremium aus.  Dazu kommt noch das kleine Team der SZ-Nothilfe, das sich im Allgäu zwischen Bad Wurzach, Leutkirch, Isny und Wangen der dortigen Hilfegesuche annimmt und über die Vergabe eigenständig entscheidet – gleichfalls ehrenamtlich und mit geringsten Verwaltungskosten.

 

Info: Spendenkonten der SZ-Nothilfe bei der
Volksbank Ravensburg IBAN DE91 63090 100 0302 0000 03 oder der
Kreissparkasse Ravensburg IBAN DE36 6505 0110 0048 0019 20, weitere Info unter
www.sz-nothilfe.de

 

SZ-Nothilfe reagiert auf Corona-Krise

Wer jetzt in persönliche Geldnot gerät, kann Unterstützung aus Sondertopf erhalten

sz/len – SZ-Ausgabe vom 01.04.2020

Ravensburg

Corona – für viele Menschen löst dieses Stichwort nicht nur Angst vor Krankheit, sondern auch vor finanzieller Not aus. Wer Geld benötigt, um für sich und seine Familie eine Notlage abzuwenden, kann bei der SZ-Nothilfe einen Antrag auf Unterstützung stellen.

Der von Angelika Vogler-Rieger geführte Verein, der 1997 aus einer Initiative von Redakteuren der „Schwäbischen Zeitung“ entstanden ist, hat angesichts der Corona-Krise einen Sondertopf mit 50 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Denn schon in den ersten Wochen der Krise hat sich abgezeichnet, dass finanzielle Hilfe gebraucht wird. Zum einen ist nach Angaben des Schatzmeisters Karl-Josef Gelder die Zahl der eingegangenen Anträge angestiegen, zum anderen haben soziale Institutionen dem Verein von dem steigenden Bedarf berichtet.

Der Regionalleiter der Caritas Bodensee-Oberschwaben, Ewald Kohler, bestätigt: „Es verdichten sich Anzeichen, dass gerade Notsituationen entstehen.“ Zu den Menschen, die schon bisher Sozialberatung der Caritas in Anspruch nahmen, komme jetzt ein neues Klientel dazu: Künstler und Selbstständige, die über Honorare bezahlt worden waren, bis die Krise auch das kulturelle Leben lahmlegte. Der Staat biete Hilfen zur Existenzsicherung an. Aber es gebe Personen, die „durch die Maschen fallen“, sagt Kohler. Der Sondertopf der SZ-Nothilfe sei „sehr hilfreich, ein tolles Zeichen“, so Kohler.

Auch der Leiter der Diakonischen Bezirksstelle in Ravensburg, Gerd Gunßer, spricht von „Unschärfen“ bei staatlichen Hilfen. „Die SZ-Nothilfe hat da jetzt noch ein zweites Netz aufgespannt“, sagt Gunßer. Als Ergänzung zur staatlichen Hilfe sei dieses Angebot wichtig und richtig.

„Wir wollen präventiv ein solidarisches Zeichen setzen“, sagt Vereins-Schatzmeister Gelder. „Denn die Welle kommt“, ist der frühere Direktor der Volksbank Ulm-Biberach in Ravensburg überzeugt. Er rechnet damit, dass sich die Anträge auf Unterstützung in zwei bis drei Wochen häufen, wenn das Gehalt so mancher familienernährender Arbeitnehmer durch Kurzarbeit deutlich schrumpft. „Wer wenig hat, den trifft es stärker“, so Gelder. Zur finanziellen Schieflage könne es dann schnell kommen, etwa wenn die im Kreis Ravensburg relativ hohen Mieten nicht mehr voll bezahlt werden können und sich Vermieter und Mieter über Mietstundungen unterhalten müssen. Und: „Was der Mieter nicht zahlen kann, wird auch beim Vermieter als Einnahme fehlen“, so Gelder.

Das Geld in dem Sondertopf, den die SZ-Nothilfe für unbürokratische Unterstützung in den nächsten Wochen aufgelegt hat, stammt nicht wie üblich aus Spenden von Privatpersonen und Unternehmen, sondern aus einer Erbschaft, die dem Verein zugeflossen ist.

Schatzmeister Gelder rechnet damit, dass das aus dieser Erbschaft eingebrachte Startkapital des Hilfsfonds in der Corona-Krise auch ge- und verbraucht werden wird. Andreas Müller, der als stellvertretender Chefredakteur der „Schwäbischen Zeitung“ im Vorstand der SZ-Nothilfe sitzt, sagt: „Wir sind sehr froh, dass wir in der Lage sind, in Not geratenen Menschen im Landkreis Ravensburg auf diese Weise schnell und unbürokratisch zu helfen.“

Auch in der Krise setzt die SZ-Nothilfe dabei auf die bewährte Zusammenarbeit mit den sozialen Institutionen Caritas und Diakonie, über die Anträge für Hilfen aus dem Sondertopf der SZ-Nothilfe gestellt werden können. Aber auch andere Partner wie Anode, Arkade, Frauen und Kinder in Not, rechtliche Betreuer und weitere Stellen arbeiten mit der SZ-Nothilfe zusammen. Sie alle reichen einen Antrag an die SZ-Nothilfe weiter, wenn sie einen berechtigten Bedarf sehen. „Für diese kompetente und vertrauensvolle Zusammenarbeit sind wir dankbar“, sagt Gelder.

Die SZ-Nothilfe ist in den vergangenen Tagen bereits für die Versorgung Bedürftiger aufgekommen: Die Caritas konnte damit Einkaufsgutscheine finanzieren, beim Einkaufsservice der Diakonie wurde Geld der SZ-Nothilfe verwendet, wenn jemand nicht in der Lage war, die Rechnung zu begleichen.

Schatzmeister Gelder erinnert sich, dass sich die Anträge auf Unterstützung schon einmal gehäuft haben – das war zu Zeiten der Finanzkrise 2008/09. „Auch damals sind die Einkommen zurückgegangen“, sagt Gelder. Während die SZ-Nothilfe im Lauf eines Jahres in der Regel 100 000 bis 130 000 Euro an Unterstützung auszahlt, rechnet der Schatzmeister in diesem Jahr mit 150 000 bis 170 000 Euro. Die reguläre Unterstützung, die schon ohne die Corona-Krise notwendig geworden wäre, laufe schließlich weiter.
 

Spenden nimmt die SZ-Nothilfe entgegen unter SZ Nothilfe e.V. Sonderkonto „Corona“, IBAN: DE20 6309 0100 0302 0000 20, BIC: ULMVDE66XXX, Bank: Volksbank Ravensburg